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Was ist Gyrokinesis® und Gyotonic®?
 

Die Bedeutung kommt aus dem Griechischen:
Gyro= kreisend
// Kinesis = Bewegung // Tonic = Spannung

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Für einen ersten Eindruck, schau dir das Video an:

https://www.gyrotonic.com/

Gyrokinesis ist der Ursprung des „Gyrotonic Expansion Systems". Gyrokinesis bedeutet „kreisende Bewegung". Es wird auf dem Hocker sitzend, auf der Matte liegend oder knieend und im Stand ausgeübt. Die Wirbelsäule ist dabei der zentrale Träger aller Bewegungen, welche mit bestimmten Atemmustern korrespondierend, den Körper fließend durch die Bewegungen leiten, ohne statische Positionen einzuhalten.
Die Bewegungen sind kreisend und spiralförmig. Die Wirbelsäule bewegt sich in Ellipsen, Achten und Wellen, angepasst an die Struktur des menschlichen Körpers und sein Bewegungssystem.
Alle Wirbelsäulenbewegungen können kombiniert werden und starten aus der Körpermitte, wobei immer die Beine und Arme mit in die Bewegung integriert und verbunden werden. So ist jede Übung immer eine Ganzkörperübung, die  Kräftigung, Mobilisierung und Koordination miteinander verbindet.

Das Besondere an den harmonischen Bewegungen ist die Stimulation, Streckung und Massage der Körpermeridiane, der Organe, des lymphatischen Systems sowie des Nerven- und Energiesystems.  Der Stoffwechsel wird angeregt und zudem werden Verspannungen gelockert, so dass  der Körper seine geschmeidige Beweglichkeit erlangt.

Wer hat es erfunden?
Erfunden hat es Juliu Horvath, geboren 1942 in Temeschburg, Rumänien. Er tanzte klassisches Ballett an an der Temeschburger Oper. 1970 erhält er politisches Asyl in den USA. Zwischen 1971 und 1979 tanzt Juliu an der New Yorker City Opera, in der Radio City Music Hall und beim Houston Ballet.
Seine Laufbahn als Solotänzer findet durch eine Wirbelsäulenverletzung und eine Ruptur der Achillessehne ein abruptes Ende. Er leidet unter chronischen Schmerzen, die Ausübung seines Berufes wird unmöglich, seine tägliche  Beweglichkeit ist eingeschränkt. Als keine Therapie fruchtet, zieht er sich auf die Insel St. Thomas zurück, und entwickelt für seine eigene Rehabilitation ein Bewegungssystem, das er "Yoga for Dancers" nennt. Heute bekannt als Gyrokinesis.
Ende der 8oer-Jahre beginnt er, in in New York sein Bewegungssystem zu unterrichten und weiter zu entwickeln.
Die Bewegungsabläufe sind sehr komplex und erfordern viel Konzentration, Koordination und Körperbewußtsein. Um sein Bewegungssystem auch für weniger bewegungserfahrene Menschen zugänglich zu machen, baute Juliu Horvath ein unterstützendes Gerätesystem. Das „Gyrotonic Expansion System“. Herzstück ist die Pulley Tower Combination Unit (PTCU), siehe Bild oben. Dieses Gerät erlaubt die fließende Ausführung von dreidimensionalen Bewegungsabläufen gegen einen Spannungswiderstand.

Im Gyrokinesis wird ebenfalls in diesem Spannungsfeld trainiert, aber es aufzubauen, "nur" mit dem eigenen Körper ist zu Beginn viel schwieriger.
 

Wie sieht das Training am Gerät Puley Tower (PTCU) aus?
Gyrotonic wird gegen und mit einem gleichbleibenden Widerstand (Spannung) trainiert. Einmal an den Drehtellern der Bank - die Spannung kann dort einstellt werden - oder durch Gewichte, die über Seilzüge mit den Armen oder Beinen bewegt werden. Der ganze Körper des Trainierenden kann sich so in einem angenehmen Spannungsfeld bewegen, wodurch der Körper von Kopf bis Fuß eingebunden ist.
Man kann, z.b. mit dem Kopf zum Tower auf der Bank liegend, die Rückseite der Beine trainieren und dehnen, dabei hat man die Füße in den Schlaufen. In der Bauchserie trainiert man mit Unterstützung der Züge an den Armen zum Tower hin liegend.

Rittlings auf der Bank sitzend oder knieend kann ich die Drehteller vor mir bewegen und habe eine wunderbare Mobilisierung der Wirbelsäule in allen Bewegungsrichtungen. Oder auch zum Tower hin sitzend, mit den Zügen an den Armen, den Rücken und Schultergürtel trainieren. Fortgeschrittene trainieren eher stehend, sowohl am Drehteller als auch mit den Schlaufen. Je vertrauter man mit dem Gerät ist, desto mehr Variationen hat man zur Verfügung. Es gibt keine Grenzen in Ausdruck und Übungen, solange man nach den Prinzipien trainiert.

Wer profitiert davon?
Ich möchte sagen: Alle!
Der therapeutische Bereich profitiert von der gelenkschonenden Trainingsweise. Da das System darauf angelegt ist, Platz in den Gelenken zu schaffen, ist es auch bei Arthrose geeignet, und ältere Menschen können sanft ihre Kraft und Beweglichkeit trainieren. Aber auch Skoliosen und Bandscheibenvorfälle können behandelt werden.
Neurologische Erkrankungen, wie Multiple Sklerose oder Parkinson profitieren von einem Trainingssystem, welches die Leitfähigkeit der Nervenbahnen verbessert.
Herz-Kreislauf-Probleme, Burn-out, Stress, Energiemangel oder Tinnitus können durch die rhythmischen, fließenden Bewegungen und die vertiefte Atmung gelindert werden. Beides wirkt unmittelbar positiv auf das vegetative Nervensystem.
Es eignet sich hervorragend als Geburtsvorbereitung und der Rückbildung, der Beckenboden und Rücken wird gekräftigt und mobilisiert.
Kinder profitieren durch Steigerung ihrer Konzentrationsfähigkeit und Verbesserung ihrer Motorik.
Natürlich nutzt der Leistungssport es ebenso für sich, auch Freizeitsportler können sich in ihrer Tennis,- Golf,- Lauf,- oder Schwimmtechnik verbessern.

Es ist ein vielseitiges, ganzheitliches und umfangreiches Ausgleichstraining. Es fördert Technik, Kraft, Beweglichkeit und Koordination.

Bewegung mit System und Prinzipien:

Eines der Prinzipien beim Gyrotonic und Gyrokinesis ist die Stabilisation durch Kontrast: Jeder Bewegung geht Stabilisierung durch das Erzeugen eines Kontrastes voraus. Die Brust- und Halswirbelsäule werden durch ein aktives Verlängern nach oben heraus durch den Scheitel gestreckt, während sich die Beine nach unten ausrichten und voneinander weg bewegen wird Stabilität in der Körpermitte erzeugt.

Durch das sogenannte „Narrowing of the Pelvis", das „Engmachen des Beckens", wird die Körpermitte aktiviert und angespannt. Dies ist nicht unähnlich der Core-Aktivierung beim Pilates. Die Aktivierung geht aber noch über bloße Beckenbodenspannung hinaus. Mit der Aktivierung der Tiefenmuskulatur werden Becken und Lendenwirbelsäule quasi verdichtet, was zu Folge hat, dass der Lendenbereich in die Länge gezogen wird. Die Bandscheiben bekommen Platz und eine freie und entlastete Bewegung der Wirbelsäule entsteht.
Die Bewegung mit Kontrasten bedeutet auch, dass sich der Körper immer in den größtmöglichen Bewegungen und dem geringsten Druck auf Gelenke und Wirbelsäule bewegt. Dafür müssen die Wirbelsäule und das Becken stabilisiert werden, aber trotzdem beweglich bleiben.

Ein anderes Prinzip ist die Bewegung über Spannungsbögen:

Der ganze Körper bewegt immer in Muskelfunktionsketten und entlang der faszialen Verbindungen des Körpers.

Einen Spannungsbogen in der Bewegung zu schaffen, bedeutet, die Belastung immer gleichmäßig auf alle Wirbel und Gelenke zu verteilen. So können gelenknahe Muskeln angesprochen werden, tief liegende Muskelschichten werden aktiviert.

Die Synchronisation von Atmung und Bewegung: Die tiefe, rhythmische Atmung schafft auch Rhythmik in der Bewegung, harmonisiert die Bewegung und spricht das vegetative Nervensystem an. Körper und Geist sind gleichermaßen beteiligt, beides bewegt sich im Flow und schafft einen Zustand tiefer Entspannung.

 

Was ist der Unterschied zum Pilates?

Beim Pilates gab es zuerst die Geräte, und das Mattentraining wurde den Schüler*innen ergänzend als Hausaufgabe mitgegeben. Beim Gyrokinesis ist es anders herum.

Gyrokinesis und Gyrotonic sind in den Bewegungen dreidimensionaler, das Pilatestraining hingegen ist eher linear.
Beides sind jedoch Bewegungssysteme mit Prinzipien.

Pilates ist mehr auf Kraft, Kontrolle und Körperbeherrschung ausgerichtet, Gyrokinesis/Gyrotonic mehr auf die Beweglichkeit der Muskeln und Gelenke und die insgesamt hollistische Ausrichtung.

Für mich ist es die perfekte Kombination!

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