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Prinzipien im Pilates:


Control:
Joseph Pilates nannte seine Bewegungsform 'Contrology'.
Romana Kryzanowska, eine Schülerin von Pilates sagte:
"You can say what Pilates is in these words: Stretch with strength and control. And the control part is the most important because it makes you use your mind".
Was Pilates ist, kann man in folgenden Worten ausdrücken: Dehnen mit Stärke und Kontrolle. Und der Kontroll-Teil ist der wichtigste Teil, weil er dazu führt, dass du deinen Kopf anstrengst."

 

Centering:

Der mentale Fokus auf die auszuführende Übung ist unerläßlich. Aus der Forschung der Neuroathletik wissen wir inzwischen wie wichtig es ist, sich mental auf die Ausführung der Bewegung zu fokussieren. Sie sich bildlich vorzustellen, zu spüren und dann erst auszuführen, hilft den kleinen gelenknahen Muskeln, sich zu aktivieren, die sogenannte Propriozeption.

Aber Zentrierung ist auch körperlich zu verstehen. Wir bewegen aus der stabilen und aktivierten Körpermitte. Werden die Pilates-Übungen ohne Stabilisierung der Mitte ausgeführt, wird man vor allem die globale, „oberflächliche“ Muskulatur ansprechen, aber nicht die Tiefenmuskulatur. Die Intensität eines Trainings liegt auch immer in der vollkommenen Durchdringung der jeweiligen Übung.
 

Concentration and Awareness:

Eine Pilates-Übung sollte niemals schematisch und/oder nebenbei ausgeführt werden, auch sollten wir uns nicht ablenken lassen, durch Medien, Unterhaltungen oder Musik, sondern die Übung immer wieder mit vollem Bewußtsein ausführen.

Durch die Konzentration auf das, was wir tun und wie wir es tun, werden wir uns der Bewegung wirklich bewusst. Wir "erspüren" die Bewegungen im Körper.

Sein Bewusstsein wirklich zu öffnen, erfordert eine Wahrnehmung des eigenen Körpers, die vielen Menschen oft schwerfällt.

Wir müssen in die Lage kommen, unseren Körper wahrzunehmen zu können, um dann zu vergleichen, ob das was wir tun, mit dem übereinstimmt, was die Lehrer*innen demonstrieren oder anleiten.

Und noch etwas kommt hinzu: Heute wissen wir, dass wenn wir etwas Neues erlernen, dieses im Gehirn sehr fest verankert wird.  Hat man also seine ersten Schritte beim Pilates nur als reine "Gymnastik" erlernt, ist das Gehirn nur schwer zugänglich für Informationen, die von dem zuvor Erlernten abweichen, und es fällt

umso schwerer eine Offenheit für das, was die Trainer*in sagt oder demonstriert zu entwickeln.

 

Precision:

Präzision resultiert aus den o.g. Prinzipien. Es garantiert darüber hinaus, dass alle Muskelgruppen aktiviert werden, die für die Übung aktiviert werden sollten.

Breathing:

Es gibt rhythmische Atmung, wie in der Übung "Hundred" oder "Swimming", aber auch Übungen bei der der Atem einfach drüber fließt, ansonsten sagte Pilates oft: "Out with the air" or: "Squeeze out the lungs as you would wring a wet towel dry". Damit soll einmal ein kompletter Luftaustausch der Lunge stattfinden. Andererseits ist die tiefe Ausatmung das zentrale Element, um die "core-Muskulatur" anzusteuern, und wenn möglich in der Einatmung zu behalten. In der Regel wird in der Extension und Verlängerung eingeatmet und in der Flexion und Rotation ausgeatmet.

Movement flow:

Pilates-Übungen an sich haben ihren Rhythmus, der durch die Atmung geleitet wird. Je vertiefter die Atmung, umso mehr Kraft kann ich generieren und umso länger wird die Ausführung. Und die einzelnen Übungen gehen ineinander über. Der Bewegungsfluss sollte nicht unterbrochen werden, wenn wir beispielsweise vom Sitz in die Bauchlage wechseln. So behalten wir die Konzentration und die Aufmerksamkeit bei unserem Körper und dem was wir tun.


Balance:
In Balance zu sein, meint hier nicht nur das tatsächliche „balancieren“, wie man es für die „Roll-Übungen“ oder die Control-Balance braucht.
Es ist auch eine Balance der muskulären Spannung und Anspannung. Wenn ich einen "Roll-up" mache, zieht die Vorderseite konzentrisch zusammen, und die Rückseite muss loslassen. Spannt sie sich auch an, geht die Übungsintention, die Mobilisierung der Wirbelsäule, verloren.
Auch die Balance zwischen Stabilität der Mitte und Dynamik der Bewegung in den Extremitäten wie beim „Swimming“ ist gemeint.

Balance meint auch eine ausbalancierte Muskulatur und einen balancierten Spannungstonus.

Durch unseren Alltag und unsere Berufe sind wir oft sehr einseitig belastet. Ungleichgewichte in der Muskulatur entstehen. Der Körper leistet Schwerstarbeit und kompensiert das Ungleichgewicht oft über Jahrzehnte. Aber irgendwann ist eine Kompensationsgrenze erreicht und Schmerzen entstehen, und wollen nicht wieder verschwinden.

Balance in der Ausführung der Pilates-Übungen erfordern oft Kraft, aber es sollte immer nur die Kraft eingesetzt werden, die für die Ausführung der Übungen notwendig ist. Muskulatur bewußt loszulassen ist schwer.

Das wissen alle, die einmal einen dauerhaft verspannten Nacken hatten. Mache ich eine Pilates-Stunde mit voller Kraftanstrengung, wird sie mir sicher nicht gut tun. Hier kommt also wieder das Bewußtsein ins Spiel. Pilates sagt: „complete coordination of body, mind, and spirit.“
So ist mit Balance auch gemeint, den Körper wieder in Balance zu bringen.
Und letztlich natürlich: die Balance von Körper und Geist. Durch den Fokus auf die Übungen und die bewußte Atmung wirkt Pilates auch auf das vegetative Nervensystem, und der Effekt nach der Stunde ist, trotz der Anstrengung, ein positiv entspannter.
Durch die Integration einer Pilates-Routine in den Alltag wird man sich auch mental „ausbalancierter“ fühlen.


 

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